Europa in Berlin
Rekonstruktion der Max-Taut-Aula – Wiederherstellung eines kulturellen Zentrums
Mit der Sanierung wurde der Aula, als Kopfbau der Gesamtanlage, innen und außen ihr ursprüngliches Erscheinungsbild wiedergegeben. Um eine vielfältige Nutzung zu ermöglichen, kombinierten die Architekten eine denkmalgerechte Gestaltung mit modernen technischen Möglichkeiten. So sorgt heute moderne Bühnen- und Tontechnik für beste Bedingungen für Konzerte, Tanztheater und Theateraufführungen. Mobile Trennwände ermöglichen eine optische Verkleinerung des Saals. Die in Rot- und Ockertönen gehaltenen Wände schaffen eine warme, fast südlich anmutende Atmosphäre.
Seit der Wiedereröffnung am 14.Dezember 2008 steht die Max-Taut-Aula als kulturelles Zentrum für eine breite Nutzung zur Verfügung.
Am 12. November 2010 wurde in der Max-Taut-Aula in Berlin Lichtenberg die Abschlussveranstaltung der bundesweiten Reihe „Europa vor Ort“ veranstaltet. In Zusammenarbeit mit der Schulleiterin der Max-Taut-Schule, Monika Mayer, stellte das Europäische Informationszentrum Berlin die rekonstruierte Max-Taut-Aula vor, die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde und heute sowohl der Schule als auch anderen Nutzern als kulturpolitischer Ort zugänglich ist. Die Europäische Union und das Land Berlin förderten diesen Wiederaufbau mit ca. 9,6 Mio. Euro.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Marie-Thérèse Duffy-Häusler, stellvertretende Leiterin der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, im Namen der „Aktion Europa“ das Publikum. Im Anschluss stellte Monika Mayer, Schulleiterin der Max-Taut-Schule, die Aula vor. Die Gäste hatten die einmalige Gelegenheit, die hochmoderne Aula kennenzulernen und sich vor Ort davon zu überzeugen, wie sinnvoll EU-Mittel eingesetzt werden. Auf einem Rundgang wurde die Konstruktion der 1927 von Max Taut gebauten Aula erklärt und die ursprüngliche Architektur mit der rekonstruierten Fassung verglichen. Bedingung der Rekonstruktion war vor allem die Denkmalerhaltung. Ganz im Sinne von Max Taut, die Aula als Veranstaltungsort für das Stadtviertel zu nutzen, rekonstruierte der Architekt Max Dudler nicht nur die historische Klinkerfassade und das gläserne Dach, sondern stattete das Innenleben des Saales zudem mit modernster Technik aus. Ohne die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union wäre die Aula bis heute eine Ruine geblieben. Auch hätte sie nicht so modern ausgestattet werden können. Die Aula steht heute als auch Veranstaltungsort dem zur Verfügung.
An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Michael Cramer (MdEP, Bündnis 90 / Die Grünen), Maria-Luise Löper (Berliner Senat, Abteilung für Bundes- und Europaangelegenheiten) und Andreas Rabe (Europabeauftragter des Bezirks Berlin-Lichtenberg) teil. Die Frage, wie präsent die Europäische Union tatsächlich vor Ort sei, wurde ausgiebig diskutiert. Maria-Luise Löper verwies darauf, dass der Berliner Senat mit vielen Veranstaltungen und Initiativen versucht Europa den Berlinerinnen und Berlinern näher zu bringen. Michael Cramer betonte, dass 50 % der Bundesgesetze, die verabschiedet werden, im Europäischen Parlament beschlossen werden, und verwies auf das Problem, dass der EU eine europäische Öffentlichkeit fehlt – zum Beispiel ist die deutsche Presse so gut wie gar nicht präsent in Brüssel. Deswegen sind Veranstaltungen wie „Europa vor Ort“ so wichtig: Bürgerinnen und Bürgern wird deutlich vor Augen geführt, dass sich europäische Politik nicht nur im fernen Brüssel abspielt. Die Fragen des Publikums bezogen sich vor allem auf die Förderprogramme der Europäischen Union: Inwiefern man sich in der Europäischen Union weiterbilden und wie man sich beteiligen kann. In diesem Zusammenhang sprach Andreas Rabe die Europäische Bürgerinitiative an, die den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gibt, europäische Politik aktiv mitzugestalten.
Publikation (S. 42-43): "Europa vor Ort"
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