Die einstige Industriestadt Bitterfeld will sich als Tourismusstandort etablieren: Nach der Flutung des Tagebaugebietes Goitzsche entstand ein riesiger See, der Wassersportler und Touristen in die Stadt locken soll – vom Braunkohle- zum Bootsrevier. Wo jahrzehntelang tonnenschwere Bagger rollten, sollen sich schon im kommenden Jahr Segler, Surfer und andere Wassersportler austoben können. Denn aus der Kraterlandschaft des Bergbaus wurde die „Wasserfront“ – ein Erholungsgebiet am Bitterfelder Ufer des Goitzsche-Sees. Es wurde eine Uferpromenade mit Flaniermeilen, Erholungsinseln, einem Festplatz und einem Wasserspielplatz angelegt. An einem neu errichteten Stadthafen können heute Fahrgastschiffe an- und ablegen. Daneben ist ein moderner Sportboothafen entstanden.
Nach der Flutung des ehemaligen Tagebaugebietes „Goitzsche“ entstanden die ersten Bebauungspläne für eine Uferpromenade. Das Ziel war, die Stadt mit dem Ufer zu verbinden und ein Tourismusgebiet zu schaffen. Im Jahre 2003 erfolgte der erste Spatenstich und mit einem großen Hafenfest wurde im Juli 2005 die Wasserfront an die Öffentlichkeit übergeben. Die Bitterfelder Wasserfront prägt entscheidend das heutige Stadtbild und steht für einen grundlegenden Strukturwandel.
Rund 18 Millionen Euro wurden in den Ausbau der Bitterfelder Wasserfront investiert. Den größten Teil, fast acht Millionen Euro, hat die EU im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beigesteuert. Fast genauso viel hat auch die Stadt Bitterfeld selbst aufgebracht.
Am 31. Mai 2010 stellte Werner Rienäcker, Hauptgeschäftsführer der IPG Stadtentwicklungsgesellschaft, das EFRE-Projekt „Bitterfelder Wasserfront“ im Wasserzentrum Bitterfeld vor – ein Projekt, das in sehr kurzer Zeit zu einem Imagewechsel der Stadt Bitterfeld führte. Nach der Projektpräsentation diskutierten EU-Abgeordnete Dr. Horst Schnellhardt, Dr. Michael Schneider, Vertreter des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund und Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten, Joachim Teichmann, Stellvertreter der Oberbürgermeisterin von Bitterfeld-Wolfen und Werner Rienäcker über die Frage: Was tut die Europäische Union für unsere Region? In eine anschließenden Publikumsdiskussion wurde erörtert, inwiefern das „neue“ Stadtbild Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat: Durch Gastronomie, Segelschulen und dem breiten Angebot für Touristen konnten zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Bitterfelder Wasserfront – ein sinnvolles Projekt, das auch für kommende Generationen einen Mehrwert erzeugt.
Publikation: (S. 16-17): "Europa vor Ort"
Projektträger: IPG-Stadtentwicklung Bitterfeld
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