Europa in Bückeburg
LIFE-AMPHIKULT – 300 Teiche für Niedersachsen
AMPHIKULT steht für „Vernetzung und Management von AMPHIbien in der KULTurlandschaft“ und ist ein groß angelegtes Projekt zum Schutz von seltenen Amphibienarten. Unter dem Motto „300 Teiche für Niedersachsen“ sollen in 15 Projektgebieten Laichgewässer für den Schutz von seltenen, gefährdeten Amphibienarten saniert oder neu angelegt werden. Das Projekt läuft von Anfang 2010 bis Ende 2014.
Eine Besonderheit des Projektes ist, dass von der EU erstmals auch Maßnahmen außerhalb der Europäischen Schutzgebiete (Natura 2000) gefördert werden. So können isolierte Vorkommen der Amphibienarten, wie zum Beispiel Laub- und Moorfrosch, Kreuz- und Knoblauchkröte, wieder miteinander vernetzt werden. Auch kann eine Ausbreitung von einem Schutzgebiet zu einem anderen ermöglicht werden. Die Amphibien, aber neben ihnen auch eine Vielzahl weiterer seltener Tier- und Pflanzenarten, die die gleichen Lebensräume besiedeln, profitieren in hohem Maße von dem Projekt.
Finanziert wird das Projekt LIFE-AMPHIKULT von der Europäischen Union (50%), dem Niedersächsischen Umweltministerium, den Landkreisen Diepholz, Schaumburg und Vechta sowie der Region Hannover und dem NABU. Insgesamt stehen 1,068 Mio. € für das Projekt zur Verfügung.
Am 27. August 2010, wurde im Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung und im Rathaus Bückeburg in Kooperation mit dem NABU Niedersachsen e. V. das LIFE-Projekt „AMPHIKULT“ vorgestellt. Die Stadt Bückeburg stellte den Neuen Ratssaal im Rathaus Bückeburg zur Verfügung, ein geeigneter Treffpunkt und Tagungsort in der Nähe des Exkursionsziels, dem Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung, einem der Projektgebiete von AMPHIKULT.
„Vor Ort“, im Naturschutzgebiet Bückeburger Niederung, präsentierte Dr. Markus Richter, Projektmanager des Amphibienschutzprojektes, das Projekt. Zielarten des Projektes ist hier der Laubfrosch, von dem noch ein kleiner Bestand vorhanden ist. Die neu anzulegenden Gewässer sollen so gestaltet werden, dass sie regelmäßig im Spätsommer austrocknen. So können sich die Kaulquappen erfolgreich entwickeln, eine dauerhafte Ansiedlung von Fischen, wichtige Feinde er Kaulquappen, wird verhindert. Nach der Rückkehr in das Rathaus Bückeburg konnten alle Fragen der Teilnehmerinnen und Tielnehmer in einer Diskussionsrunde beantwortet werden. Podiumsdiskutanten waren: Bernd Lange, Mitglied des Europäischen Parlaments (SDP/S&D), Claudia Maier, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt und Klimaschutz, Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender des NABU Niedersachsen, und Renate Langendorf, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt und Klimaschutz/EU-Förderprogramme. Jan Rössel vom Europäischen Informationszentrum Berlin moderierte die Diskussion.
„AMPHIKULT“ gehört auch zu jenen Projekten, die ohne die finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union nicht möglich gewesen wäre, obwohl bei diesem Projekt eine 50-prozentige Kofinanzierung durch regionale Partner übernommen werden musste. LIFE-Programme gehören zur hohen Schule der Förderpolitik und stellen einen hohen Anspruch an den Antragsteller.
Einig waren sich die Diskutanten, dass Politik generell „bürgernah“ werden sollte, auch die der EU, aber dass die EU sehr viel für die einzelnen Bundesländer tut, indem sie Projekte wie „AMPHIKULT“ unterstützt.
Publikation (S. 26-27): "Europa vor Ort"
Projektträger:NABU Landesverband Niedersachsen
Informationen unter:
NABU Landesverband Niedersachsen
Alleestraße 36
30167 Hannover
Tel.: 05 11 / 9 11 05 - 0
Fax: 05 11 / 9 11 05 - 40
E-Mail: Info@NABU-Niedersachsen.de
www.life-amphikult.de
www.niedersachsen.nabu.de/aktionen/amphikult/


