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Europa in Göppingen

Landesprojekt Agrigent

Das Landesprojekt Agrigent hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwer vermittelbare Arbeitslose, Langzeitarbeitslose, jugendliche Arbeitslose und Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten in ein arbeitstherapeutisches Beschäftigungsverhältnis aufzunehmen und deren dauerhafte Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern.
Unter fachlicher Anleitung lernen die TeilnehmerInnen die verschiedenen Bereiche des Waldeckhofes mit Landwirtschaft, Tierhaltung, Käserei, Hofladen, Café sowie Haus- und Hofpflege kennen. Es werden fachspezifische Kenntnisse vermittelt und die ProjektteilnehmerInnen lernen, u.a. Eigenverantwortung zu übernehmen. Die Potenziale der sehr leistungsgeminderten Menschen können somit weiter entwickelt werden. Besondere Schwerpunkte sind dabei die berufliche Qualifizierung, sowie die soziale und sozialpädagogische Betreuung dieses Personenkreises.

Für die Projekteilnehmenden werden auf dem Ökohof sinnvolle und qualifizierende Arbeitsgelegenheiten in verschiedenen Bereichen geschaffen. Außerdem finden inner- und außerbetriebliche Qualifizierungen statt, bei denen sogenannte „Soft Skills“, wie z.B.: soziale Kompetenz vermittelt werden. Das Landesprojekt Agrigent wird seit 2004, von der Universität Siegen, zum Thema Beschäftigungsfähigkeit, wissenschaftlich begleitet.

Am 16. Juli 2010, wurde auf dem Waldeckhof, zusammen mit der SAB Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung gGmbH Göppingen, das Landesprojekt Agrigent vorgestellt. Karin Woyta, Geschäftsführerin der SAB Göppingen gGmbH, begrüßte die Gäste und führte in das Projekt ein. Das Projekt Agrigent ist eines von zehn Projekten der SAB gGmbH Göppingen, das vom ESF Baden Württemberg, unterstützt wird. Während einer Führung über den Hof lernten die anwesenden Gäste die verschiedenen Tätigkeitsbereiche des Projekts kennen.
Inzwischen verbindet man mit dem Hof mehr als nur Landwirtschaft: Seit Juni 2002, gibt es eine in Eigeninitiative aufgebaute eigene Käserei, in der die Milch der eigenen Milchschafe, zu verschiedenen hochwertigen und prämierten Molkereiprodukten, wie z. B. Käse, verarbeitet wird. Die erste Auszeichnung (DLG) gab es 2004, was ein Indikator dafür ist, dass sich auch mit leistungseingeschränkten Menschen, hochwertige Produktion und hohe Qualität, mit sinnvoller Arbeit umsetzen lassen. Die hergestellten Produkte, unter anderem auch Fleisch- und Wurstwaren, Fruchtsäfte von eigenen Streuobstwiesen etc., werden im eigenen Hofladen und Hofcafé, im Staufen Regiolädle & Suppentöpfle Göppingen, verschiedenen Supermärkten, Bioläden, Gourmetrestaurants etc. vermarktet.
Im Café des Hofes – ebenfalls mit ProjektteilnehmernInnen in Eigeninitative gebaut und verwirklicht – und im Staufen Suppentöpfle Göppingen, sind arbeitslose Menschen im Gastrobereich tätig, im Staufen Regiolädle und im Hofladen, im Einzelhandelsbereich. Egal, aus welchem Beruf auch immer, die Menschen in die Arbeitslosigkeit geraten sind, auf dem Waldeckhof kann jeder eine, seinem Profil entsprechende, Tätigkeit finden.


An der anschließenden fachlichen Diskussion nahmen teil: Karin Woyta, Geschäftsführerin der SAB gGmbH Göppingen, Gerhard Segmiller, Abteilungsleiter im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg, und Heide Rühle, Mitglied des Europäischen Parlamentes (GRÜNE/EFA) teil. Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor allem die Frage nach der Finanzierung von Modellprojekten, wie dem Projekt „Waldeckhof Agrigent“. Projekte dieser Art müssen aus verschiedenen Töpfen finanziert werden. Die Bundesländer können solche sozialen Projekte, ohne die Hilfe der EU, alleine nicht finanzieren. Dabei steht den Projekten vor allem der ESF als Finanzierungshilfe zur Verfügung. Die Mittel aus dem ESF, die in die Projekte fließen, stellen eine Anschubfinanzierung dar, danach fällt die Beschäftigungspolitik wieder zurück in den Verantwortungsbereich der Mitgliedstaaten. Die Strukturfonds dürfen demnach nicht als Dauerfinanzierung verstanden werden. An diesem Punkt sind die einzelnen Länder gefragt, die dafür Sorge tragen müssen, dass solche sinnvollen, sozialen Projekte weiterlaufen können.

Publikation (S. 22-23): "Europa vor Ort"

Projektträger:

 

Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung gGmbH

 

Informationen unter:

 

Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung gGmbH

Waldeckhof 1

73035 Göppingen

Tel. +49 (0)7161 946 98 0

Fax +49 (0)7161 946 98 20

E-Mail: info@sab-gp.de

www.sab-gp.de