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Europa in Kiel

Handlungskonzept Schule & Arbeitsalltag – Von der Schule in den Job!

Mit den Vorhaben des Handlungskonzepts Schule & Arbeitswelt soll die für die Aufnahme einer Ausbildung oder einer Erwerbstätigkeit notwendige Ausbildungsreife und Beschäftigungsfähigkeit der Abgängerinnen und Abgänger von Förderzentren, Bildungsgängen, die zum Hauptschulabschluss führen und von berufsschulpflichtigen Jugendlichen, die sich in keinem anderen (Aus-) Bildungsgang oder in keiner Bildungsmaßnahme befinden, nachhaltig verbessert werden. Zugleich soll die Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss deutlich verringert werden. Ergänzende Ziele sind die Unterstützung des Auf- und Ausbaus von Netzwerken zwischen den beteiligten Partnern, der Wirtschaft und den regionalen Arbeitsmarktakteuren sowie die Vertiefung des fachlichen Wissens der Fachkräfte vor Ort.

Durch das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt soll die Berufsorientierung an Schulen flächendeckend einen sehr viel höheren Stellenwert als bisher erhalten. Das neue Schulgesetz hat den schulischen Auftrag auch auf die Vorbereitung auf die Arbeitswelt ausgeweitet.

Zwischen 2007 - 2013 setzt das Land Schleswig-Holstein rund 24 Millionen Euro aus dem Sozialfonds der Europäischen Union sowie Landesmittel und Mittel insbesondere der Bundesagentur für Arbeit im Umfang von etwa 32 Mio. Euro für das Projekt ein.
Das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt berücksichtigt folgende Aspekte:
• Die zuständigen Ministerien (Ministerium für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein; Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein) bilden ihre gemeinsame Verantwortung in einer gemeinsam abgestimmten Finanzierung ab, indem die zur Verfügung stehenden Mittel und Programme im Sinne dieses Handlungskonzepts konzentriert und genutzt werden.
• Die Vorhaben richten sich als ein an die Bildungsbiografie der Jugendlichen angelehntes „Übergangsmanagement“ sowohl an abgebende Schulen wie auch an berufliche Schulen und Bildungsträger.
• Die geplanten Aktivitäten implizieren berufsorientierende Bausteine, die auf das Anforderungsprofil der Arbeitswelt vorbereiten. Den Schülerinnen und Schülern werden dabei verschiedene Möglichkeiten eröffnet, ihre Fortschritte auf konkrete berufliche Ziele auszurichten.
• Strategischer Ansatz bei den Aktivitäten ist es, das System Schule für kompetente Partner zu öffnen.
• Damit einher geht die Herstellung regionaler Netzwerke, die den ressortübergreifenden politischen Ansatz auf lokaler Ebene umsetzen und die in lokaler Verantwortung tätig werden. Sie definieren sich über
gemeinsame Inhalte zur Umsetzung einer individuellen Zukunftsplanung und Bildungsbegleitung. Darin stellt das Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt einen Baustein der regionalen Standortpolitik dar, in die die verschiedenen Aktivitäten zur Verbesserung der regionalen (Aus-) Bildungslandschaft anerkannt und eingebunden werden.
• Der Aufbau koordinierender Strukturen folgt dem Anspruch der flächendeckenden Umsetzung. Parallelstrukturen und Doppelförderungen werden vermieden. Unterstützungsleistungen insbesondere der regionalen Wirtschaft zur Verbesserung von Ausbildungsreife und Beschäftigungsfähigkeit der jungen Menschen sollen Vorrang haben vor späteren Maßnahmen beruflicher Bildungsträger.

Am 17. September 2010 wurde die „Kieler Variation“ des landesweit angelegten Handlungskonzepts Schule & Arbeitswelt im Jobcenter für Jugendliche und im Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit vorgestellt. Der Treffpunkt war das Jobcenter für Jugendliche in Kiel, wo Marx Harder, Leiter des Jugendaufbauwerks Kiel (JAW), einen Einblick in die praktische Umsetzung des Projektes bot. Im Jobcenter für Jugendliche wurden verschiedene Abteilungen besichtigt, die die Jugendlichen bei der Arbeiten zeigten. Das Besondere am Handlungskonzept Schule & Arbeitswelt ist, dass die Jugendlichen im Rahmen der flexiblen Übergangsphase der allgemein bildenden Schule die Möglichkeit haben, verschiedene Berufsfelder kennenzulernen, um dann zu entscheiden, was ihnen am meisten liegt.
Nach der Exkursion im Jobcenter begrüßte Andreas Fleck, Abteilungsleiter im Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit, die Gäste in seinem Ministerium. Danach diskutierten Britta Reimer MdEP, Thorsten Augustin, Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Bernd Voß MdL und Vorsitzender des Europaauschusses, Stadtpräsidentin Cathy Kietzer  und Stadtrat Adolf-Martin Möller. Moderator war Jan Rössel vom Europäischen Informationszentrum Berlin.
Fazit der Diskussion: „Wir brauchen die innovative Kraft von Europa!“ Daher lohnt sich die Investition in Bildungsmaßnahmen. Kiel, eine der internationalsten Städt Deutschlands, ist mit diesem Projekt auf dem besten Weg.

Publikation (S. 30-31): "Europa vor Ort"

Projektträger: Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein

Informationen unter:
Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein
Maren Staeps
Adolf-Westphal-Straße 4
24143 Kiel
Tel. +49 (0)431 988–5633
Fax + 49 431 988- 2648
E-Mail: maren.staeps@sozmi.landsh.de
www.schleswig-holstein.de
www.ib-sh.de
www.schuleundarbeitswelt.de